Fast jeder spricht von ihr, fast jeder wünscht sie sich, doch nur die wenigsten haben sie: eine gesunde Work-Life-Balance. Bevor die Digitalisierung unser Arbeitsleben bestimmte, gab es für viele Erwerbstätige eine klare Trennung. Sobald die Tür des Büros, des Betriebs oder des Geschäfts ins Schloss fiel, fand ein Wechsel vom Arbeitsmodus ins Privatleben statt. Heute ist das für viele nicht mehr vorstellbar. Dank unserer vernetzten Welt und der Nutzung digitaler Geräte verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer stärker. Die Vorteile sind groß, ebenso aber der Stressfaktor.

Als Steve Jobs im Jahr 2007 das erste iPhone vorstellte, war vielen von uns nicht bewusst, wie stark der handliche Computer für die Hosentasche unser Leben verändern sollte. Doch schnell wurden iPhones und Smartphones anderer Hersteller zum Kassenschlager: Laut Statista besaßen im vergangenen Jahr 60,7 Millionen Deutsche ein Smartphone. Die meisten von ihnen sind ständig erreichbar und die Chancen, die dadurch entstehen, sind immens. Denn natürlich vereinfacht sich unser Leben durch die Möglichkeit, jederzeit und überall online zu sein. Doch es erschwert unseren Alltag auch: Wenn die Erreichbarkeit und damit auch das Arbeitsleben derart in den privaten Raum eingreifen, verliert unser Zuhause seine wichtige Funktion als Rückzugsort. 

Smartphones sind heute also weitaus mehr als eine Unterstützung und ein Fortschritt. Sie werden auf der anderen Seite zur Stressfalle und manchmal sogar zum Krankmacher, da Dauerstress eine ernst zu nehmende Belastung für unseren Körper, insbesondere für unsere Augen, und für unsere mentale Gesundheit darstellt. Wie weit diese Belastung gehen kann und ob das Handy sogar unser Leben verkürzt? Ich verrate es dir in den folgenden Absätzen.

Stressfaktor Smartphone: Was macht es mit deiner Gesundheit? 

Dass die Nutzung von Smartphones unseren Augen massiv schadet und darüber hinaus zu einem Suchtverhalten führen kann, habe ich bereits in diesen Blogbeiträgen thematisiert:

Was du darüber hinaus aber noch wissen solltest, ist, dass dein Körper beim Blick aufs Smartphone das Stresshormon Cortisol ausschüttet. Durch den erhöhten Cortisol-Spiegel steigt der Blutdruck. Bleibt dein Cortisol-Spiegel chronisch erhöht, kann das schlimmstenfalls zu Depressionen, Diabetes, einem Herzinfarkt oder zum Schlaganfall führen!

Warum ist das Smartphone solch ein Stressfaktor?

Aber warum ist das so? Weshalb reagiert unser Körper mit Dauerstress und was steckt dahinter? Zwei der Gründe möchte ich dir an dieser Stelle näher erläutern:

Mangelnde Erholung durch permanente Erreichbarkeit

Der Druck, immer erreichbar sein zu müssen, führt zu einer extremen emotionalen Belastung. Auch auf körperlicher Ebene kann sich dieser Stressfaktor auswirken. So klagen Betroffene nicht selten über Schlafprobleme, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Wenn du nicht mehr wirklich abschalten kannst, da du rund um die Uhr erreichbar bist, steht dein Körper unter Dauerstress. Dadurch entsteht ein konstanter Mangel an Erholung. Wer dauerhaft angespannt ist und unter Strom steht, wird zudem anfälliger für Erschöpfungskrankheiten wie Burnout.

Selbstoptimierung durch sozialen Leistungsdruck

Social-Media-Kanäle strotzen regelrecht vor Selbstdarstellung. Da überrascht es nicht, dass wir uns bei den scheinbar perfekten Lebensstilen anderen Menschen schlecht oder gar minderwertig fühlen. Was wir dabei allerdings vergessen: Die Bilder und Videos im Internet zeigen nur eine Momentaufnahme. Menschen suchen nach Anerkennung und präsentieren sich von ihrer besten Seite. Doch das wollen wir oft nicht sehen und fallen dank Smartphones schnell in einen regelrechten Optimierungswahn, der abermals Stress verursacht und den Cortisol-Spiegel in die Höhe treibt.

So setzt du dem Stressfaktor ein Ende

So weit solltest du es bestenfalls gar nicht erst kommen lassen. Erlange stattdessen die Macht über dein Smartphone zurück und lass dir deinen Tagesablauf nicht von digitalen Geräten diktieren! Wie du es konkret schaffst, aus dem Teufelskreis auszubrechen, erfährst du in diesen Blogbeiträgen:

3 Tipps, um den Dauerstress zu stoppen

Abschließend habe ich 3 wirksame Tipps, um deinen Stress umgehend mit nur wenigen Klicks zu reduzieren: 

  1. Blaulichtfilter aktivieren: Der Blaulichtfilter sorgt dafür, dass das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird. Dadurch wirst du abends müde, schläfst schneller ein und bist morgens erholter.
  2. Display abdunkeln: Abends solltest du zudem den Bildschirm dunkler stellen, sodass das helle Licht deine Augen nicht mehr allzu stark belastet. 
  3. Schwarz-Weiß-Modus verwenden: Schalte dein Smartphone in den Schwarz-Weiß-Modus. So vermeidest du, dass die bunten Farben der Apps dich ablenken, und fokussierst dich stattdessen stärker auf das, was du tatsächlich am Handy machen willst. 

Und, verkürzt das Handy nun unser Leben? Halten wir fest: Ein Smartphone alleine verkürzt dein Leben sicher nicht – und eine bewusste Nutzung ebenfalls nicht. Allerdings trägt eine starke Nutzung digitaler Geräte zu einem ungesunden Lebensstil bei und ist somit ein relevanter Faktor. Kommen viele dieser Stressfaktoren zusammen, dann kann es unsere Lebensqualität negativ beeinflussen oder gar verkürzen. Bewusstsein und Achtsamkeit sollten in deinem Alltag daher eine wichtige Rolle spielen.

Stressfreie Grüße

Deine Kerstin

P.S.: Du willst mehr über digitalen Stress lernen und erfahren, warum das Auge immer mitsurft? Dann sichere dir jetzt mein Buch und erhalte zahlreiche praktische Tipps rund um digitalen Konsum ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Bildquelle: https://unsplash.com/photos/XGC_1eH_ZGI